News & Events Contract Manufacturing

Allgemeine Infos

Latest News
Contract Manufacturing

 
 

Achema 2015, Frankfurt

Mit mehr als 166.000 Besuchern und 3.813 Ausstellern ist am Freitag die 31. Achema in Frankfurt/Main zu Ende gegangen. Damit liegt die Teilnehmerzahl fast auf gleichem Niveau wie zur letzten Achema 2012. Bei den Ausstellern hingegen ist ein leichter Zuwachs zu verzeichnen.

Auch JRS konnte mit dem klaren Standkonzept wieder die Besucherzahl von 2012 toppen.

Achema 2015

Composits ­– die Lösung zu mehr Wertschöpfung in der chemischen Industrie

In den letzen Jahren wurde viel über die Bedrohung des bestehenden Geschäftes, beispielsweise der Chemieindustrie, durch preisgünstige Importe, vor allem aus China und Indien, diskutiert. Es war sehr beachtlich, wie schnell sich diese beiden Marktteilnehmer auf die qualitativen Besonderheiten in verschiedenen Marktsegmenten einstellen konnten. Dabei waren maßgeblich mit den hiesigen Gegebenheiten vertraute Importeure und Consultants beteiligt. Mittlerweile sind ganze Branchensegmente hinsichtlich Rohstoffversorgung oder Fertigung in großem Umfang in diese Länder abgewandert.

Nachdem auch die Investitionen in Neuanlagen im Wesentlichen in Asien vorgenommen werden, besteht dringender Handlungsbedarf Überlegungen anzustellen wie lokale Marktteilnehmer in ihrer lokalen Marktnische agieren können, um sich langfristig am Markt behaupten zu können.

Am Schluss führt kein Weg an Innovation und damit gesteigertem Produktnutzen vorbei, um langfristig den wirtschaftlichen Erfolg abzusichern. Es ist an dieser Stelle hilfreich die besonderen Stärken der deutschen Anbieter ins Gedächtnis zu rufen. Hieraus lässt sich eine tragfähige Strategie ableiten.

Deutschland nimmt nach wie vor in der Verfahrenstechnik eine weltweit führende Rolle ein. Es fällt jedoch auf, dass sich die meisten der größeren Unternehmen getrieben von Ratschlägen aus der Finanzwelt überproportional auf hochwertige Marktsegmente, wie Pharmaanwendungen und hochwertige Lebensmitteladditive, konzentriert haben.

In diesem Segment herrscht ein heftiger, sich bis zur Marktbereinigung verschärfender Wettbewerb.

Was können aber Anbieter unternehmen, die der klassischen Chemie treu geblieben sind.

Sie müssen sich über ein Netzwerk bemühen zum Systemanbieter zu werden und Rezeptur- KnowHow und maßgeschneiderte Lieferform kombinieren.

Was bedeutet dies?

Dazu ein einfaches Beispiel:

Ein großvolumiges Produkt der Chemie sind beispielsweise sogenannte Superabsorber, jedermann aus Babywindeln bekannt. Obwohl diese Produkte bis zum 100fachen ihres Eigengewichtes an Wasser speichern können, gibt es nur mengenmäßig kleine Anwendungen außerhalb der Windelanwendungen.

Seit Jahren wird mit mäßigem Erfolg versucht, beispielsweise in landwirtschaftlichen Anwendungen, mit diesen Produkten Fuß zu fassen. Dies ändert sich nun, weil z.B. die Golfstaaten zur Verringerung des aus Meerwasserentsalzungsanlagen gewonnenen Wasserbedarfs deutliche Einschränkungen für die Pflanzenbewässerung vorschreiben. Aber welche Lösung setzt sich durch?

Neben den etablierten Einzelunternehmen der Chemie treten vernetzte Unternehmensgruppen in diesem Segment in Wettbewerb.

Compositsysteme in der Landwirtschaft

Kreislauf Compositsysteme zoom
 

Privat Equity Finanzmittel, die genau auf diesen Zielmarkt fixiert sind, sichern sich Schlüsselpatente, um den bisherigen Hauptnachteil von Superabsorber, den schnellen Abbau von Speicherkapazität, deutlich zu verbessern.

Es wird anstelle des reinen Polymerproduktes eine Systemlösung angeboten, die im Wesentlichen eine Kombination aus Superabsorber, Dünger und quellfähigem, organischem, gut bewurzelbarem Fasernetzwerk auf Cellulosebasis enthält.

Es handelt sich also um den Wettlauf eines individuell zusammengestellten Netzwerkes gegenüber etablierten Marktteilnehmern. Dem Netzwerk kommt zugute, dass heute Information sehr schnell und leicht international ausgetauscht werden kann und sich das Netzwerk durch Einbeziehen neuer Partner sehr schnell an neue Marktsituationen anpassen kann, ohne dass für die Mitglieder größere Investitionen anfallen.

Wir glauben, dass diese Organisationsformen eine sehr wichtige Rolle in kurzlebigen Marktsegmenten künftig ausüben werden.

Zu diesen Segmenten gehören insbesondere der Sektor Wasch- und Reinigungsmittel, sowie Teilsegmente des Pharma- und Nahrungsmittelsektors.

 

Compositsysteme bei Wasch- und Reinigungsmitteln

In der Waschmittelindustrie ist es beispielsweise oft notwendig, neue Produkte in eine passende Lieferform umzuwandeln. Wenn seitens der Rohstoffhersteller beispielsweise ein die Wasserenthärtung förderndes System entwickelt wird, ist es immer notwendig dieses an die jeweiligen Marktsegmente anzupassen.

Dies bedeutet also als Minimalanforderung passende Granulatgröße, meist 0.4-1.6mm, für beispielsweise Kompaktwaschmittel. In Tablettenanwendungen ist es besonders wichtig, dass sich die Granulate in die bereits vorhandene Korngrößenverteilung der gegebenen Rezepturbestandteile einfügen, die Fließfähigkeit hoch bleibt und eine ausreichend schnelle Auflösung der Tabletten erreicht wird.

Um alle diese Anforderungen zu erfüllen ist es oftmals notwendig, sogenannte Cogranulate herzustellen. Diese enthalten, neben dem Aktivstoff, leichtlösliche Hilfsstoffe oder Tenside. Mit dieser Technologie ist es auch möglich, Produkte einzukapseln und beispielsweise Bleichaktivatoren und Bleichmittel in Pulverwaschmitteln und Tabletten vor vorzeitigen Aktivitätsverlust zu schützen und dennoch eine sehr schnelle Wirkstoffaktivierung bei Wasserzutritt zu erreichen.


Compositsysteme in der Gießereitechnik

Beim Giessen von Metallteilen muss sichergestellt werden, dass auch beim Abkühlen des Gussteiles und der dabei auftretenden Schrumpfung des Metallteiles kein Hohlraum entsteht.

Dies wird dadurch vermieden, dass sogenannte Speiser an die dickwandigste Stelle der Gussform gesetzt werden. Es handelt sich um ein mehrschaliges Zuführsystem für die Metallschmelze. In der äußeren Umhüllung befindet sich ein Metallpulvergemisch, das durch die Wärmeleitung des im Innern fließenden Metalls zu einer exothermen Reaktion gebracht wird. Diese Reaktion hält das Metall in diesem Bereich weiter im flüssigen Zustand, damit genügend Schmelze der Gussform nachgeliefert wird.

Das Herzstück des Systems ist ein pulverförmiges oder granuliertes Compositmaterial, das hinsichtlich Zusammensetzung und Korngrößenverteilung optimal angepasst ist.


Granulierte Compositsysteme für Kunststoffe

Bei der Polymerisation von Kunststoffen werden im Suspensionspolymerizationsverfahren oftmals Verdickungsmittel eingesetzt, um die Beweglichkeit der Monomermoleküle einzuschränken. Hierzu ist es notwendig, die Verdickungsysteme homogen ohne Klumpenbildung einzuarbeiten - auch diese Anforderung lässt sich durch geeignete Rohstoffauswahl in Verbindung mit der passenden Granuliertechnologie verwirklichen.


Granulierte Compositsysteme in der Bauchemie

In der Bauchemie beginnt im Moment der Trend, bestehende Systeme in schnelllösliche Granulate umzuwandeln. In hochpreisigen Marktsegmenten, wie Tapetenkleister und Gipsspachtelmassen, sind bereits Produkte in verschiedenen europäischen Ländern eingeführt. Weitere Produktgruppen, wie Fliesenkleber, werden folgen.

Ganz neu sind die Bemühungen zu werten die Energieeffizienz zu verbessern. Es werden zunehmend sogenannte Latentwärmespeichersysteme eingesetzt, um die Spitzentemperaturen der Mittagszeit in Wohngebäuden oder Fahrzeugen abzufangen.

Es sind bereits am Markt mit 20% Mikrokapseln gefüllte Gipskartonplatten verfügbar, welche durch die fest/flüssig Phasenumwandlung des im Innern befindlichen auf z.B 28°C im Schmelzpunkt eingestellten Paraffinwachsgemisches ein weiteres Ansteigen der Raumtemperatur verhindern.


Granulierte Compositsysteme für Sonderanwendungen

Seit mehreren Jahren laufen Untersuchungen ein einheitliches europäisches Endlagersystem für abgebrannte Brennelemente zu entwickeln. Es ist angedacht, in Granitformationen Tunnel zu bohren. Dort werden die in Castorbehältern gelagerten Brennelemente auf Bentonitformblöcke umgebettet und das Tunnelsystem mit granulierten Bentonitgranulaten verpresst. Es bildet sich ein flexibles mineralisches Dichtungssystem aus, dem sehr gute Chancen eingeräumt werden, die geforderte Aufgaben zu übernehmen. Derartige Systeme befinden sich seit einigen Jahren in der Entwicklung.

Großtechnisch werden in Deutschland derzeit nach diesem Verfahren ehemalige Kalilagerstätten abgedichtet, um das Ausschwemmen von Kalilauge im Falle von Wassereinbruch zu verhindern.


Granulierte Compositsysteme im Flugverkehr

Enteisung von Landebahnen ist ebenfalls eine Aufgabe von granulierten Systemen. Neben der eigentlichen enteisenden Hauptkomponente, wie Natriumacetat oder Natriumformiat, sind noch Antikorrosionsadditive zum Schutz der Leichtmetallbauteile der Verkehrs- und Militärflugzeuge enthalten. Höhere Effektivität bei besserer Umweltverträglichkeit und vernachlässigbarer Korrosionsbelastung ermöglichen Verkaufspreise, die bei einem Vielfachen der im Straßenverkehr bevorzugten Natriumchloridstreumittel liegen.


In der Nische liegt die Rendite

Wenn eine gute Marktkenntnis die Möglichkeit eröffnet dem Endkunden eine optimal zugeschnittene Rezeptur anzubieten und intern oder über Lohnfertigung die Möglichkeit besteht das neu entwickelte Produkt auch in der passenden Darreichungsform anzupassen, sind sehr gute Voraussetzungen gegeben neue oder laufende Geschäfte gegen Wettbewerb abzuschirmen und langfristig erfolgreich am Markt zu bestehen.


Verfasser:
Martin Holl
Geschäftsbereichsleiter Contract Manufacturing
J. Rettenmaier & Söhne GmbH + Co. KG

 
 

Events
Contract Manufacturing

 
 

04.10. - 06.10. || VracTech, Le Mans

The VRAC TECH Expo trade show combines all professions, within a wide array of expertise, providing the opportunity for bulk industries and users to focus on the solutions they’re seeking, all in the same place at the same time…

04.10. - 06.10.2016

Le Mans

mehr Informationen

VRAC TECH Expo

Alle Rechte vorbehalten  © 2016 J. RETTENMAIER & SÖHNE GmbH + Co KG

facebook          LinkedIn

Alle Rechte vorbehalten  © 2016 J. RETTENMAIER & SÖHNE GmbH + Co KG

AGB   //   Impressum   //   Datenschutz

facebook          LinkedIn