Fachwissen BALLASTSTOFFE

Unter dem Sammelbegriff ‘Ballaststoffe’ (Nahrungsfasern, ‘dietary fibres’) werden Bestandteile pflanzlicher Nahrung zusammengefasst, die von den körpereigenen Enzymen des menschlichen Magen-Darm-Traktes nicht abgebaut werden. Sie werden deshalb im Dünndarm nicht resorbiert und gelangen in den Dickdarm. Dabei unterscheidet man zwischen wasserlöslichen und wasserunlöslichen Ballaststoffen.

Wasserunlösliche Ballaststoffe

haben eine geringe Wasserlöslichkeit, besitzen aber teilweise eine sehr hohe Wasserbindungskapazität. Sie werden von den Bakterien im Dickdarm nicht oder nur zu ganz geringen Anteilen abgebaut. Zu dieser Gruppe zählen als Ballaststoffe Cellulose, Hemicellulose und Lignin. Einer der weltweit größten Hersteller für unlösliche, isolierte Ballaststoffe ist die JRS, J. RETTENMAIER & SÖHNE in Rosenberg. Die VITACEL® Produkte erreichen dabei durch ein spezielles Herstellverfahren hochkonzentrierte Ballaststoffgehalte von bis zu 97 %.

Wasserlösliche Ballaststoffe

besitzen eine hohe Wasserlöslichkeit und werden auch Quellstoffe genannt. Die Darmbakterien bauen sie rasch und weitgehend vollständig zu kurzkettigen Fettsäuren ab. Den natürlichen Quell-stoffen ordnet man die Pektine, Schleimstoffe (z.B. VITACEL® Psyllium), Pflanzengummis und Gele aus Algen zu. In der VITACEL® Produktrange finden sich zudem Apfel- und Kartoffelfasern, die einen Anteil an wasserlöslichen Ballaststoffen aufweisen.

Isolierte Ballaststoffkonzentrate - praktisch kalorienfrei

in normalen Lebensmitteln, wie Vollkornbrot oder Obst, ist immer nur ein bestimmter Anteil an Ballaststoffen enthalten. Selbst Kleien enthalten nur ca. 45 % Ballaststoffe. VITACEL-Getreide-Ballaststoffkonzentrate dagegen werden in einem speziellen Verfahren schonend ausgelöst und auf 97 % Ballaststoffanteil auf-konzentriert. Im Gegensatz zu Vollkornbrot oder Obst nimmt man damit praktisch keine Kalorien (Energie) auf. Das ist wichtig für Diabetiker oder als Diätunterstützung.

Physiologische Wirkung von Ballaststoffen

Die nachfolgenden Wirkungen wurden in klinischen Studien, u.a. auch mit VITACEL® Ballaststoffen, nachgewiesen:

  • Verbesserte Verdauung,  
  • Vorbeugung von Verstopfung 
  • Durch ihre Wasserbindungs- und Quelleigenschaften führen  die Ballaststoffe zu einer Vergrößerung des Stuhlvolumens und einer damit einhergehenden, weicheren Stuhlkonsistenz.2


Sättigung 

Der Verzehr von ballaststoffreicher Nahrung führt im Magen zu einer verlangsamten Entleerung. Das liegt daran, dass die Ballaststoffe Wasser binden und sich so größere Partikel bilden, welche den Magenausgang erst verzögert verlassen können. Darüber hinaus wird Nahrung mit einem hohen Anteil an Ballast-stoffen länger gekaut. Beide Prozesse tragen zu einem schnelleren und andauernderen Gefühl der Sättigung bei.2


Senkung des Cholesterinspiegels 

Durch ihre Bindungsfähigkeit können Ballaststoffe fettlösliche Substanzen z.B. Gallensäuren oder Nahrungscholesterin binden und somit ausscheiden. 1,2

Außerdem, so wird vermutet, bewirken die bei der Fermentierung löslicher Ballaststoffe entstehenden, kurzkettigen Fett-säuren eine Hemmung der Cholesterinbildung in der Leber. 1

Verbesserung des Blut-Glucose-Spiegels 

Die Aufnahme bestimmter Ballaststoffe verzögert die Glucose-aufnahme und reduziert die Insulinausscheidung.  

Durch die Aufnahme größerer Mengen ballaststoffreicher Nahrung geht die Glucose aus der Nahrung langsamer vom Darm ins Blut über und der Blutglucosespiegel steigt nur allmählich an. Folglich wird auch weniger Insulin benötigt um den Blutglucosespiegel wieder zu regulieren.

Risiken ballaststoffarmer Kost

Bereits in den 70er Jahren haben die englischen Ärzte Burkitt und Towell darauf hingewiesen, dass viele Zivilisationskrankheiten mit einer zu geringen Ballaststoffaufnahme zusammen-hängen. Krankheiten, die bei einer ballaststoffreichen Ernährung seltener auftreten sind demnach:  4


Obstipation: 

Ballaststoffreiche Kost erhöht das Stuhlgewicht, verkürzt so die Transitzeit (Zeit zwischen Aufnahme der Nahrung und Ausscheidung) und führt zu einer weicheren Stuhl-konsistenz.


Übergewicht: 

Eine ballaststoffreiche Ernährung ist bei einem größeren Nahrungsvolumen meist energieärmer. 


Diabetes mellitus: 

Eine ballaststoffreiche Ernährung hat meist neben dem höheren Ballaststoffgehalt einen geringeren Gehalt an leichtverdaulichen Kohlenhydraten. Außerdem wird die  Glucoseresorption durch die hohe Ballaststoffaufnahme verzögert, was zu einer Verbesserung des Blut-Glucose-Profils führt. Insbesondere der Verzehr von unlöslichen Getreideballast-stoffen scheint mit einem niedrigeren Risiko für Diabetes ein-herzugehen. 5 


Herz-/Kreislauferkrankungen (z.B. Arteriosklerose):  

Durch ihren positiven Einfluss auf den Cholesterinspiegel und Lipidstoffwechsel spielen die löslichen Ballaststoffe eine wichtige Rolle in der Vorbeugung von koronaren Erkrankungen. 1,2 


Gallensteine: 

Die Bildung von cholesteringesättigter Galle wird verhindert und damit die Entstehung von Cholesteringallensteinen.  


Divertikulose (Ausstülpungen der Darmwand): Durch ein niedriges Stuhlgewicht und – volumen im Dickdarm entsteht ein hoher Druck, der dazu führen kann, dass es zu sackförmigen Ausstülpungen der Darmschleimhaut kommt (Divertikeln). Als Prophylaxe wird deshalb empfohlen, auf eine ballaststoff-reiche Ernährung zu achten.  3 


Weniger Reizungen bei Hämorrhoiden-Leiden: 

Der Ballaststoffdrink sorgt für einen weicheren Stuhlgang.  Das reduziert Reizungen bei Hämorrhoiden-Leiden, die oft durch harte Stuhlkonsistenz hervorgerufen werden können.

Quellenangaben:

[1] Elmadfa I: Kohlenhydrate und Ballaststoffe, Ernährung des Menschen,  Verlag Eugen Ulmer GmbH &Co (1998) 140-162  

[2] Biesalski HP und Grimm P: Kohlenhydrate, Taschenatlas der Ernährung,  Georg Thieme Verlag, Stuttgart (2002) 49-75 

[3] Kasper H, Scheppach W: Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes, Ernährungsmedizin,  Georg Thieme Verlag (2004 ) 687-711 

[4] Burkitt, DP., Trowell, HC: Dietary fibre and western diseases,  Ir Med J. (1977), Jun 18;70(9):272-7  

[5] Weickert MO, Mohlig M, Koebnick C, Holst JJ, Namsolleck P, Ristow M, Osterhoff M,  Rochlitz H, Rudovich N, Spranger J und Pfeiffer AFH: Impact of cereal fiber on  glucose-regulating factors. Diabetologia (2005) 48: 2343-2353

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