Zum Tod von Josef Rettenmaier sen. 23. März 2022

Eine prägende Persönlichkeit mit unternehmerischem Weitblick.

Josef Rettenmaier sen.

Rosenberg, März 2022


‚Senior-Holzmüller‘ Josef Rettenmaier, Mitbegründer und langjähriger Geschäftsführer der heutigen JRS J. Rettenmaier & Söhne GmbH+Co.KG, Rosenberg, ist am 23. März 2022 verstorben.

1924 in der elterlichen Holzmühle geboren, hat er sich weit über die Region hinaus einen besonderen Ruf als innovationsfreudige, mutige und weitsichtige Unternehmer-Persönlichkeit geschaffen. In seiner Person verbinden sich beispielhaft die schwäbischen Charaktereigenschaften Fleiß, Ideenreichtum und Beharrungsvermögen. Seine bescheidene Art und sein offenes, humorvolles Auftreten kennzeichneten seine Lebensphilosophie.

Dazu passte auch seine langfristig vorausschauende Denkweise mit Ideen, die seiner Zeit weit voraus waren. So auch der mutige unternehmerische Entschluss in den frühen fünfziger Jahren, zusammen mit Vater Joseph und Bruder Otto aus der klassischen landwirtschaftlichen Getreidemühle eine ganz neue industrielle Unternehmensform mit neuem Aufgabeninhalt zu schaffen – die J. Rettenmaier & Söhne OHG aus der sich die heutige, weltweit aktive JRS Unternehmensgruppe formte.

Dabei hat es Josef Rettenmaier immer perfekt verstanden, auf Menschen zuzugehen – auf Kunden, Mitarbeiter, Freunde, in der Politik oder im ehrenamtlichem Engagement. Als bekennender Familienmensch, selbst zusammen mit 3 Geschwistern in der Mühlen-Großfamilie aufgewachsen, hat er auch das Unternehmen JRS als große Betriebsfamilie geprägt. Gegenseitige Verantwortung und Zusammengehörigkeit waren dabei für ihn ganz zentrale Werte, die sich auf die heutige JRS übertragen haben. Das Wohlergehen der Mitarbeiter und der Wunsch, den Kunden immer einen aktiven Mehrwert bieten zu können, waren für ihn immer Triebfeder und Basis seines unternehmerischen Schaffens.

Zu seinem Lebenswerk zählt der Ausbau der 1878 gegründeten Getreide- und Ölmühle zu einem der weltweit leistungsfähigsten Industrieunternehmen im Bereich innovativer funktionaler Cellulose- und Pflanzenfaserstoff-Produkte. Die JRS Pflanzenfaser-Technologie kommt heute in nahezu allen Industriebranchen und Lebensbereichen zum Einsatz. Josef Rettenmaier startete seine berufliche Laufbahn mit einer grundsoliden Müller-Ausbildung, der eine kaufmännische Weiterbildung folgte. In dieser Zeit war er schon früh aktiv in die teilweise noch sehr harte körperliche Arbeit im elterlichen Mühlenbetrieb eingebunden. Mit viel Weitsicht ist ihm als versiertem, zielstrebigem Kaufmann ein erfolgreicher Wachstumsprozess im zukunftsweisenden, nachhaltigen Innovationsfeld Pflanzenfasertechnologie gelungen. Dieser Geist prägt die JRS auch eine Generation weiter bis in die heutige Zeit.

Parallel war er als kreativer Insider mit viel Praxiswissen auch immer die technologische Triebfeder der Unternehmensentwicklung, die u.a. zur Entwicklung ganz neuartiger Bearbeitungsanlagen für Cellulose-Feinstfasern, die zu vielen Produkt- und Anwendungsinnovationen führte.

Josef Rettenmaier wirkte darüber hinaus in vielen sozialen, kulturellen, kirchlichen und politischen Organisationen, Einrichtungen und Initiativen. Die Kirchengemeinde Hohenberg war für ihn religiöse Heimat. Neben vielen Ehrungen wurde er dafür unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz, der Staufer- und der Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg und dem päpstlichen Silvesterorden ausgezeichnet.

Heute beschäftigt die JRS-Gruppe an weltweit über 90 Produktions- und Vertriebsstandorten mehr als 3.500 Mitarbeiter. Mit der nachhaltig-grünen JRS Pflanzenfaser-Technologie engagiert sich JRS in Gesundheit, Ernährung und ressourcenschonenden technischen Anwendungen in nahezu allen Lebensbereichen. Die unabhängige, inhabergeführte JRS Familienunternehmens-Gruppe ist dabei mit ihrer Zentrale fest in der Gemeinde Rosenberg im Ostalbkreis verwurzelt.

Große Trauergemeinde für ‚Holzmüller‘ Josef Rettenmaier sen.

JRS Senior-Chef Josef Rettenmaier sen. wurde am Samstag, den 26.3.2022 unter großer Anteilnahme durch Politik und Betriebsfamilie im Rahmen eines Festgottesdienstes in Hohenberg beigesetzt.

Für die vielen Trauergäste war rund um die St. Jakobus-Kirche eine Außenübertragung eingerichtet, um am Gottesdienst coronakonform in und um die Kirche herum teilhaben zu können. Neben Familie und Freunden waren JRS Betriebs-Belegschaft, Vertreter aus Wirtschaft und Politik, Vereine und Mitbürger aus den umliegenden Gemeinden zum gemeinsamen Abschied nehmen versammelt.
Den Trauergottesdienst hielten Prälat Werner Redies, Pfarrer Harald Golla, Pfarrer i.R. Anton Eßwein und Pater Jens Bartsch zusammen mit der nachfolgenden Beerdigung auf dem Friedhof direkt an der St. Jakobus-Kirche Hohenberg.

In ihren Grußworten gingen als Vertreter aus Politik, Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft Prälat Werner Redies, MDL Winfried Mack, Bürgermeister Schneider, für die Vereine Alois Maierhöfer, Richard Geitner für den Rotaryclub Ellwangen und Pfarrer Golla für die Kirchengemeinde auf das vielfältige Wirken und die hohen Verdienste des Verstorbenen als erfolgreichem Unternehmer und engagiertem Mitbürger ein.

Eine ausführliche Würdigung aus dem Mitarbeiterkreis kam vom ehemaligen Finanzchef Alfred Landkammer, der die unternehmerische und menschliche Leistung von Josef Rettenmaier sen. über die beeindruckenden Entwicklungsschritte der traditionellen Getreidemühle hin zur heutigen, weltweit aktiven JRS Unternehmensgruppe facettenreich aufzeigte. Stationen, die er selbst über viele Jahre aus der Zusammenarbeit mit Herrn Rettenmaier sen. aus eigener Perspektive schildern konnte. Die örtlichen Vereine würdigten mit einer Fahnenabordnung den Verstorbenen am Grab. Eine Schola des Kirchenchors und der Musikverein Rosenberg sorgten für eine feierliche Umrahmung.

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